Schlossgedanken

31. März 2010
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Sündenvergebung

von checkpoint in Schlossgedanken

Hallo!

In meiner Wohnung hängt ein interessanter Kalender, und zwar von den Wycliff Übersetzern. Wichtige Begriffe der Bibel sind oft schwer in andere Sprachen zu übersetzen. Manche Völker gebrauchen Bilder, die für uns ungewohnt sind. In Papua-Neuginea zum Beispiel heißt

Sündenvergebung: Gott hängt keine Kieferknochen gegen uns auf.

Das Wort “Vergebung” ist sicher eines der wichtigsten im Neuen Testament. So standen auch die Bibelübersetzer für das Kyaka-Volk auf der Insel Neuguinea vor der Frage, wie sie “Vergebung”  wiedergeben sollten. Wie so viele Sprachen hatte das Kyaka dafür kein Dingwort zur Verfügung. Schließlich geht es ja auch nicht um ein Ding, das man sehen oder anfassen kann. Erschwerend kam allerdings noch hinzu, dass Vergebung unter den Kyaka auch durchaus nicht als erstrebenswert galt; im Gegenteil, es war die Rache, die in ihrer Kultur eine große Rolle spielte. Wenn bei ihnen jemand ermordet wurde, dann nahmen die Familienangehörigen dem Toten den Unterkieferknochen heraus, reinigten ihn und hängten ihn am Türpfosten der Hütte auf. Das erinnerte alle daran, dass der Tod gerächt werden musste – wann immer sich eine Gelegenheit bot, und sei es erst in der nächsten Generation.

Als nun Menschen aus diesem Volk zu Jesus fanden, wurden sie auch mit seiner Aufforderung konfrontiert, anderen, ja sogar ihren Feinden, zu vergeben. Sie kamen nicht um die Frage herum, was sie nun mit den Kieferknochen an ihren Türpfosten tun sollten. Es fiel ihnen nicht leicht, die jahrhundertealten Forderungen ihrer Kultur über Bord zu werfen, aber schließlich sagten sie sich: Gott hängt wegen unserer Schuld keine Kieferknochen gegen uns auf, also können wir auch keine gegen andere Menschen aufhängen. Also nahmen alle Christen die Kieferknochen von ihren Türen, brachten sie zusammen und verbrannten sie öffentlich. Das war ein starker Ausdruck ihres neuen Glaubens an Jesus! Und seitdem wird die Redewendung, die das Verbrennen der Kieferknochen bezeichnet, bei ihnen als Ausdruck für Vergebung benutzt.

(Nach einem Bericht aus Papua-Neuguinea; für weitere Beispiele schau nach auf www.wycliff.de )

Wir feiern bald Ostern.  Was bedeutet dir die Vergebung deiner Sünden?

Viele Grüße vom Schloss,
Euer Schlossteam


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